Es brennt - Bedrohliche Situation für Österreichs autochthonen Volksgruppensprachen
Die Vorsitzendenkonferenz ist die auf Vereinsrecht beruhende Plattform der Vorsitzenden aller sechs Volksgruppenbeiräte der autochthonen Volksgruppen Österreichs beim Bundeskanzleramt und ihrer StellvertreterInnen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den Beiräten der einzelnen Volksgruppen bestmöglich zu koordinieren und Beschlüsse sowie Forderungen der Volksgruppenbeiräte gegenüber der Politik zu kommunizieren und einzufordern. Bei einer kürzlich stattgefundenen Klausurtagung des Vorstandes der Vorsitzendenkonferenz in Wien, wurde neuerlich von allen Volksgruppenvertretern auf die bedrohliche Situation der Volksgruppensprachen hingewiesen. Um einen Aussterben der Sprachenvielfalt Österreichs entgegenzuwirken bedarf es laut den Volksgruppenvertretern aller autochthonen Volksgruppen Österreichs umgehend einer Reform der Minderheiten- und Privatschulgesetze sowie des Volksgruppengesetzes und weiteren rechtlichen Rahmenbedingungen auf Landesebene.
„Diesbezüglich müssen durchgehende Bildungsangebote-von der Kindertagesstätte bis zur Universität- innerhalb und außerhalb der autochthonen Siedlungsgebiete für die autochthonen Volksgruppen geschaffen und insbesondere im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen in den urbanen Zentren, wie vor allem in Wien und Graz, durchgehende Bildungsangebote für alle autochthonen Volksgruppen gewährleistet werden. Leider konnte trotz vieler Bemühungen nicht einmal die systemische Finanzierung der vorbildhaften Komenskyschule gelöst bzw. eine gesetzliche Regelung für die autochthone tschechische, slowakische und ungarische Volksgruppe in Wien umgesetzt werden, zeigt sich der stellvertretende Vorsitzende der Vorsitzendenkonferentz Bgm. Bernard Sadovnik sehr enttäuscht.
Aufgrund der bedrohlichen Sprachensituation wurde bei der Klausurtagung der Vorsitzendenkonferenz einerseits eine mediale Informationskampagne zur Sprachenpolitik und andererseits, Gespräche mit allen Bundesparteivorsitzenden, mit den zuständigen Bundesministern sowie Landeshauptmännern in Wien, Burgenland, Kärnten und in der Steiermark beschlossen. Diesbezügliche schriftliche Anfragen für Gespräche sind schriftlich an alle Adressaten ergangen.
Rückfragen: Bernard Sadovnik, 0664 5119848